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Was ist ein Forex-Spread?

Bid-Ask-Spreads und Handelskosten verstehen

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Was ist ein Forex-Spread?

Der Spread ist eine der wichtigsten Kosten im Devisenhandel, doch viele Anfänger verstehen ihn nicht vollständig. Wir erklären es Ihnen in einfachen Worten.

Definition

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Geldkurs (Verkauf) und dem Briefkurs (Kauf) eines Währungspaares. Auf diese Weise verdienen die meisten Forex-Broker ihr Geld – anstatt Provisionen zu berechnen, vergrößern sie die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreisen.

Beispiel

Kursnotierung für EUR/USD:

  • Geldkurs (Bid): 1,0850 (Preis, zu dem Sie verkaufen können)
  • Briefkurs (Ask): 1,0852 (Preis, zu dem Sie kaufen können)
  • Spread: 2 Pips (1,0852 - 1,0850)

Was das bedeutet: Wenn Sie EUR/USD kaufen, steigen Sie sofort bei 1,0852 ein. Wenn Sie jedoch sofort wieder verkaufen wollten, würden Sie 1,0850 erhalten. Sie starten also mit 2 Pips im Minus.

Arten von Spreads

1. Feste Spreads

Der Spread bleibt unabhängig von den Marktbedingungen konstant.

Vorteile:

  • ✅ Vorhersehbare Handelskosten
  • ✅ Gut für den algorithmischen Handel
  • ✅ Keine Spread-Ausweitung während Nachrichten

Nachteile:

  • ❌ In der Regel breiter als variable Spreads während normaler Handelszeiten
  • ❌ Kann in volatilen Phasen zu Requotes führen
  • ❌ Insgesamt weniger wettbewerbsfähig

Am besten für: Anfänger, die vorhersehbare Kosten wünschen

2. Variable (Floating) Spreads

Der Spread schwankt je nach Marktliquidität und Volatilität.

Vorteile:

  • ✅ Enger während normaler Handelszeiten (kann <1 Pip sein)
  • ✅ Echte Marktpreise
  • ✅ Keine Intervention durch einen Dealing Desk

Nachteile:

  • ❌ Kann sich bei Nachrichtenveröffentlichungen erheblich ausweiten (10-50 Pips)
  • ❌ Weniger vorhersehbare Kosten
  • ❌ Risiko von Slippage

Am besten für: Erfahrene Trader, die den Handel während Nachrichtenereignissen meiden

Wie Spreads Ihren Handel beeinflussen

Break-Even-Berechnung

Beispiel-Trade:

  • Paar: EUR/USD
  • Spread: 2 Pips
  • Position: 1 Standard-Lot (10 $/Pip)

Um den Break-Even zu erreichen: Der Kurs muss sich 2 Pips zu Ihren Gunsten bewegen
Kosten: 2 Pips × 10 $ = 20 $

Wenn Sie 20 Trades pro Monat machen: 20 × 20 $ = 400 $ an Spread-Kosten

Auswirkungen auf verschiedene Handelsstile

Scalping (mehrere Trades pro Tag):

  • Der Spread ist EXTREM wichtig
  • Ein 2-Pip-Spread bei 50 Trades/Tag = 100 Pips/Tag an Kosten
  • Nutzen Sie Broker mit Spreads von <1 Pip bei den Hauptwährungspaaren

Daytrading (3-5 Trades pro Tag):

  • Der Spread ist wichtig
  • Suchen Sie nach Spreads <2 Pips
  • Vermeiden Sie den Handel während Nachrichten (Spread-Ausweitung)

Swingtrading (Positionen über Tage/Wochen halten):

  • Der Spread ist weniger wichtig
  • Sie zielen auf 50-200 Pips ab, daher ist ein 2-Pip-Spread minimal
  • Konzentrieren Sie sich mehr auf Swap-Gebühren als auf Spreads

Positionshandel (Positionen über Wochen/Monate halten):

  • Der Spread ist vernachlässigbar
  • Ein 2-Pip-Spread bei einer Bewegung von 500 Pips beträgt 0,4 % des Gewinns
  • Swap-Gebühren und Fundamentaldaten sind wichtiger

Typische Spreads nach Währungspaar

Hauptwährungspaare (Enge Spreads)

Paar Typischer Spread Beste Broker
EUR/USD 0,5-1,5 Pips IC Markets, Pepperstone
GBP/USD 0,8-2 Pips FP Markets, XM
USD/JPY 0,5-1,5 Pips FXTM, eToro
USD/CHF 1-2 Pips OANDA, Interactive Brokers
AUD/USD 0,8-2 Pips IC Markets, Pepperstone
USD/CAD 1-2,5 Pips FXCM, OANDA
NZD/USD 1-3 Pips XM, eToro

Nebenwährungspaare (Breitere Spreads)

Paar Typischer Spread
EUR/GBP 1,5-3 Pips
EUR/JPY 1,5-3 Pips
GBP/JPY 2-4 Pips
EUR/CHF 2-4 Pips
AUD/JPY 2-4 Pips

Exotische Währungspaare (Sehr breite Spreads)

Paar Typischer Spread
USD/TRY 15-50 Pips
USD/ZAR 20-80 Pips
EUR/TRY 30-100 Pips
USD/MXN 10-40 Pips

Warnung: Der Handel mit Exoten ist teuer. Handeln Sie diese nur, wenn Sie einen starken Vorteil haben.

Versteckte Spread-Kosten

1. Spread-Ausweitung während Nachrichten

Beispiel:

  • Normaler EUR/USD-Spread: 1 Pip
  • NFP-Veröffentlichung (8:30 AM EST): Der Spread springt auf 15 Pips
  • Ihr Broker mit den „engen Spreads“ ist plötzlich nicht mehr so günstig

Lösung: Handeln Sie nicht 5 Minuten vor/nach wichtigen Nachrichtenveröffentlichungen

2. Spreads am Wochenende

Viele Broker weiten die Spreads am Freitag bei Handelsschluss und am Sonntag bei Handelsbeginn erheblich aus.

Beispiel:

  • Freitag 16:59 Uhr EST: EUR/USD-Spread = 1 Pip
  • Sonntag 17:01 Uhr EST: EUR/USD-Spread = 10 Pips

Lösung: Schließen Sie Positionen vor Freitag 16:00 Uhr oder warten Sie bis Montag

3. Spreads bei geringer Liquidität

Während der ruhigen asiatischen Handelssitzung (00:00 - 03:00 Uhr GMT) können sich die Spreads verdoppeln.

Lösung: Handeln Sie während der London/NY-Sitzung für die engsten Spreads

Provisions- vs. Spread-Modelle

Nur-Spread-Modell

  • Keine Provision pro Trade
  • Der Spread ist breiter (z. B. 1,5 Pips bei EUR/USD)
  • Einfache All-in-One-Kosten

Beispiel für Gesamtkosten:

  • 10 Standard-Lots auf EUR/USD bei 1,5 Pips = 150 $

Provision + Raw-Spread-Modell

  • Provision pro Trade (z. B. 3,50 $ pro Lot pro Seite = 7 $ Round-Trip)
  • Der Spread ist enger (z. B. 0,2 Pips bei EUR/USD)
  • Zweiteilige Kostenstruktur

Beispiel für Gesamtkosten:

  • 10 Standard-Lots auf EUR/USD
  • Spread: 0,2 Pips × 10 Lots = 20 $
  • Provision: 7 $ × 10 Lots = 70 $
  • Gesamt: 90 $

Ergebnis: Das Provisionsmodell ist für Trader mit hohem Volumen 40 % günstiger!

Wie man einen Broker nach dem Spread auswählt

1. Identifizieren Sie Ihren Handelsstil

Scalper: Der Spread hat Priorität Nr. 1 → Wählen Sie einen ECN/Raw-Spread-Broker
Daytrader: Der Spread ist wichtig → Suchen Sie nach <2 Pips bei den Majors
Swingtrader: Der Spread ist weniger wichtig → Konzentrieren Sie sich auf Regulierung/Plattform

2. Vergleichen Sie reale Spreads

Vertrauen Sie nicht auf beworbene Spreads. Testen Sie Demokonten:

  • Eröffnen Sie ein Demokonto bei 3-5 Brokern
  • Überprüfen Sie die Spreads zu verschiedenen Zeiten (London, NY, asiatische Sitzung)
  • Überprüfen Sie den Spread während Nachrichtenveröffentlichungen
  • Berechnen Sie den durchschnittlichen Spread über 1 Woche

3. Berechnen Sie die Gesamtkosten

Formel:
(Durchschnittlicher Spread + Provision pro Lot) × Monatliches Handelsvolumen

Beispiel:

Broker A (Nur-Spread):

  • Spread: 1,5 Pips (15 $ pro Lot)
  • Provision: 0 $
  • 100 Lots/Monat: 1.500 $/Monat

Broker B (ECN):

  • Spread: 0,3 Pips (3 $ pro Lot)
  • Provision: 7 $ pro Lot
  • 100 Lots/Monat: 300 $ + 700 $ = 1.000 $/Monat

Gewinner: Broker B spart Ihnen 500 $/Monat!

Tipps zur Überwachung von Spreads

Nutzen Sie die Spread-Historie des Brokers

Einige Broker (IC Markets, Pepperstone) veröffentlichen Live-Statistiken zu ihren Spreads.

Überprüfen Sie zu Schlüsselzeiten

  • London Open (8 AM GMT) - Engste Spreads
  • NY-London-Überlappung (1-5 PM GMT) - Höchste Liquidität
  • NFP-Freitag (8:30 AM EST) - Breiteste Spreads

Berücksichtigen Sie die Ausführungsgeschwindigkeit

Ein Spread von 0,5 Pips mit langsamer Ausführung ist schlechter als 1 Pip mit sofortiger Ausführung.

Häufige Fehler

Brokerwahl nur aufgrund beworbener Spreads - Testen Sie die realen Spreads
Ignorieren der Provision - Gesamtkosten = Spread + Provision
Handel während Nachrichten mit engen Stops - Spread-Ausweitung löst Ihren Stop aus
Scalping mit breiten Spreads - Gegen einen 3-Pip-Spread können Sie nicht gewinnen
Slippage nicht berücksichtigen - Reale Kosten beinhalten Slippage + Spread

Zusammenfassung: Spread-Kurzübersicht

Akzeptable Spreads (für die meisten Trader):

  • EUR/USD, USD/JPY: <2 Pips
  • GBP/USD, AUD/USD: <2,5 Pips
  • Cross-Paare (EUR/JPY): <3 Pips
  • Exotische Paare: Nur für Erfahrene

Warnsignale:

  • EUR/USD-Spread >3 Pips = Schlechter Broker
  • Spread-Ausweitung auf >10 Pips außerhalb von Nachrichten = Unseriöser Broker
  • Versteckter „Aufschlag“ zusätzlich zum Spread = Suchen Sie sich einen anderen Broker

Nächste Schritte:

  1. Broker nach Spread vergleichen
  2. 3 Demokonten eröffnen
  3. Spreads 1 Woche lang beobachten
  4. Gesamte Handelskosten berechnen
  5. Den Broker mit den niedrigsten Gesamtkosten für Ihren Stil auswählen

Denken Sie daran: Der günstigste Spread ist nicht immer der beste. Berücksichtigen Sie Regulierung, Plattformqualität und Kundenservice. Aber wenn alle anderen Faktoren gleich sind, bedeuten niedrigere Spreads mehr Geld in Ihrer Tasche.

FN Pulse Editorial Team

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